Karriereplanung

Karriere bei Yamaha

Herr Knauer und Herr Weckler sind schon seit mehreren Jahren bei Yamaha für das Ressort Human Resources und General Affairs tätig. Im Interview geben sie Auskunft, wie der Bewerbungsprozess bei Yamaha aussieht und worauf es beim Bewerben ankommt.

Unidux: Wollten Sie immer genau diesen Job bzw. in diesem Bereich arbeiten oder hatten Sie ursprünglich ein ganz anderes Ziel?

Yamaha, Weckler: Als ich mein BWL-Studium begonnen habe, hatte ich nur ungewisse Pläne. Bei Yamaha bin ich vor elf Jahren eingestiegen als Assistant Manager für HR. Ich habe seitdem Vieles im Unternehmen gemacht und kennengelernt, verschiedene Projekte übernommen wie zum Beispiel die Entwicklung unseres Bonussystems, bis ich dann zu meiner heutigen Position gekommen bin.

Yamaha, Knauer: Ich habe Jura studiert und wollte mich schon immer international mit Schwerpunkt Japan ausrichten. Es ist grundsätzlich wichtig, neben dem Studium eine praxis- bzw. wirtschaftsrelevante Ausrichtung anbieten zu können.  Bei Yamaha bin ich seit 16 Jahren tätig. 

Unidux: Welche Studiengänge sind in Ihrem Unternehmen besonders gefragt?
Yamaha: Das lässt sich nur schwer pauschal sagen und ist vor allem bereichsabhängig.  Studiengänge wie BWL und Wirtschaftswissenschaften sind in einem Vertriebsunternehmen grundsätzlich immer gefragt. Auch ein Gespür für Instrumente ist, abhängig von der Position, von Vorteil. Für bestimmteProduktgruppen arbeiten bei uns Ingenieure, aber auch Tontechniker usw. Wir legen außerdem großen Wert auf eine internationale Ausrichtung unserer Bewerber, hier insbesondere  Mehrsprachigkeit, Gespür für Menschen bzw.  andere Kulturen etc.

Neben einer soliden Ausbildung sind  vor allem Teamfähigkeit und die Bereitschaft, sich umfassend einzuarbeiten wichtig. Gute Chancen haben Generalisten, die bereit sind, sich in das jeweilige Aufgabengebiet einzuarbeiten.

Unidux: Wieviele Stellen besetzen Sie in den nächsten Monaten?
Yamaha: Als Unternehmen mit japanischem Hintergrund beginnt unsere Personalplanung ab April. In den nächsten drei bis sechs Monaten werden wir in ganz Europa rund 25 Stellen ausschreiben.

Unidux: Wie ist der Ablauf des Auswahlprozesses bei Yamaha?

Yamaha: Im Prinzip ist der Ablauf sehr schlank gehalten und besteht aus zwei bis drei Bewerbungsrunden. Zunächst wird unter allen eingegangenen Bewerbungen eine Vorauswahl getroffen und mit dem Fachvorgesetzten abgestimmt.

Im ersten Durchlauf werden dann ganz klassisch etwa vier bis sechs Bewerber zum Gespräch mit einem Vertreter der Personalabteilung und dem direkten Vorgesetzten der jeweiligen Abteilung eingeladen. Dies hängt aber auch davon ab, welche Stelle zu besetzten ist und welche Qualifikationen benötigt werden. Wenn sehr spezielle Eigenschaften gesucht werden, stehen unter Umständen von vornherein weniger  Kandidaten zur Auswahl.

In einer zweiten Runde sind in der Regel wiederum ein Vertreter der Personalabteilung und der Fachvorgesetzte  und der Direktor des entsprechenden Fachbereichs mit im Gespräch. In diesem zweiten Gespräch erwarten wir dann eine gute und überzeugende Präsentation des Bewerbers. Er muss zeigen, dass er im ersten Gespräch gut zugehört hat, dass er verstanden hat, wen wir suchen und was wir erwarten und er muss begründen, warum er der geeignete Kandidat ist. Wir überprüfen aber auch, wie verhandlungssicher die angegebenen Sprachkenntnisse sind. Eine dritte Runde, bei der auch die Geschäftsführung und Herr Knauer beim Bewerbungsgespräch anwesend sind, gibt es vor allem für die Management Positionen als auch für solche, die abteilungsübergreifend tätig sind.

Unidux: Nutzen Sie Personaldiagnostik beim Auswahlverfahren?
Yamaha: Nein, wir nutzen die verschiedenen Verfahren der Personaldiagnostik bislang nicht. Wir sind der Meinung, dass man mit der entsprechenden Erfahrung im persönlichen Gespräch ganz gut herausfinden kann, ob der Kandidat zur Position bzw. dem Unternehmen passt. Darüber hinaus gibt es ja auch noch die Probezeit, in der sich der erste positive Eindruck in unserem Fall aber meistens bestätigt.

Unidux: Worauf achten Sie bei Bewerbern besonders?
Yamaha: Natürlich ist uns Fachwissen wichtig, aber nicht nur dieses allein. Wir  legen vor allem großen Wert auf sehr gute Kommunikationsfähigkeit. Bewerber müssen in der Lage sein zuzuhören, sich auf ihr Gegenüber einzulassen und zu verstehen, worauf es uns ankommt.
Eine weitere Grundvoraussetzung ist eine ausgeprägte Hands-on Mentalität. Wir schätzen Mitarbeiter die anpacken wollen, Lust haben sich auszuprobieren und da keine falsche Scheu und Attitüden kennen. Und authentisch müssen Bewerber sein, damit sie ins Profil passen. Wir wollen keine einstudierten Sätze im Gespräch hören sondern einen, soweit in dieser Situation möglich, authentischen Bewerber/Bewerberin.  

Nicht zu unterschätzen ist schließlich auch die Frage: Passt der Bewerber ins Team? Nur wenn diese Frage ganz klar mit ja beantwortet werden kann, wird aus dem Kandidaten ein neuer Mitarbeiter und Kollege.

Unidux: Wie sieht der Kandidat aus, der schlechte Karten bei Ihnen hat?
Yamaha: Wie gesagt ist uns eine gute Teamfähigkeit bei Yamaha sehr wichtig. Kandidaten, die nicht bereit sind über den Tellerrand hinauszusehen, bzw. das nicht schon im Studium bzw. Lebenslauf bewiesen haben, haben es da eher schwerer.

Unidux: Warum sollten Bewerber bei Yamaha anfangen?
Yamaha: Yamaha liefert Produkte, mit denen sich jeder identifizieren kann... Yamaha ist ein grundsolides Unternehmen, das seit über 125 Jahren erfolgreich am Markt ist. Yamaha bietet Kontinuität und Verlässlichkeit in einem internationalen Umfeld.

Ein Pluspunkt für das Unternehmen ist es bestimmt auch, dass das Team in der Firma einen sehr hohen Stellenwert hat. Teamwork wird groß geschrieben und mit den Kollegen kommt man in der Regel gut klar und eine offene Lösungsorientiertheit wird praktiziert. Es herrscht ein freundschaftliches Miteinander, kein Gegeneinander.

Yamaha bietet die Möglichkeit, viele Bereiche kennenzulernen, in verschiedensten Projekten mitzuwirken und sich weiterzuentwickeln.

Die geringe Fluktuation in unserem Unternehmen spricht für uns als Arbeitgeber. Und auch wenn Mitarbeiter in ein anderes Unternehmen wechseln, so tun sie dies meistens ungern, zum Beispiel weil sich die private Lebenssituation durch Umzug etc. verändert hat. In der Regel sind unsere Mitarbeiter im Schnitt rund 15 Jahre bei Yamaha beschäftigt.

Unidux: Haben Sie einen generellen Karriere-Tipp für ambitionierte Akademiker?
Yamaha: Man sollte im Vorfeld gut überlegen, welchen Weg man einschlagen möchte und sich vor allem selbst Fragen: „Was für ein Typ bin ich eigentlich? Inwelches Tätigkeitsfeld bzw. in welche Unternehmenskultur passe ich am besten.“ Wenn man diese Frage beantwortet hat, kann man innerhalb seiner Fähigkeiten und auch Karrierewünschen Unternehmen als potentiellen Arbeitgeber wählen, die zu einem passen. Zum Beispiel stellt sich die Frage, ob jemand in kurzer Zeit hoch hinaus will oder sich lieber langfristig entwickeln möchte.

Davon abgesehen, dass ein HR Verantwortlicher im Bewerbungsgespräch sehr schnell merkt, wenn die Vorstellungen, Wünsche, Stärken und Schwächen des Bewerbers nicht zum Unternehmen passen, würde auch der Bewerber mit einer unpassenden Stelle nicht glücklich werden.

Vielen Dank, Herr Knauer und Herr Weckler, für das freundliche Interview.